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Pishing-Mails - Leider muss man es deutlich sagen,
hier ist der Geschädigte selbst schuld!



Pishing-Mails sind eine besonders fiese Methode des Dummenfangs. Sicherlich, es sagt sich sehr leicht, dass nur die Dummen drauf reinfallen - aber stellen Sie sich vor, da spricht Sie jemand an und sagt zu Ihnen:

Gib mir mal Deine EC/Kredit-Karte und die PIN dazu, ich bin von der Bank und will mal testen, ob Deine Karte noch geht.....

Was machen Sie? Sie zeigen dem Kerl einen Vogel und lassen ihn stehen oder rufen die Polizei, wenn er wirklich ernst gemeint hat. Das sollten Sie aber auch mit denen machen, die es versuchen, Sie auf elektronischem Wege zu betrügen, denn Pishing-Mails machen nichts anderes.

Sie erhalten in Ihre private Mailbox eine Mail, die auf den ersten Blick so aussieht, als sei sie von Ihrer Bank. Diese Pishing-Mails sind in Sachen Layout professionell aufgemacht. Beim ersten Mal glaubt man im ersten Moment auch wirklich Post von seiner Bank zu haben, aber im zweiten Moment sollte dann doch das Nachdenken einsetzen. Denn .....

eine Bank sendet Ihnen niemals außerhalb Ihres Homebanking-Accountes eine Mail, wenn überhaupt.

Eine besonders beliebte Zielscheibe  dieser Mailversender scheint die Postbank zu sein. Die Gründe sind mir nicht bekannt. Zumindest sind diese Mails wesentlich häufiger, als gefälschte Mails von der Commerzbank oder der Deutschen Bank. In dem nebenstehend durch Anklicken des Minibildchens sich öffnenden Screenshot eines solchen "Postbank-Mails" (109,5 KB) sollte man genau hinschauen. Wenn der Mauszeiger über den angebotenen Link streicht, ersieht man untern in der Fußleiste keinen neuen Weblink, sondern lediglich eine http-Adresse in Zahlen. Wenn man den Link dann anklickte, öffnete sich eine Eingabemaske, in die hinein dann man tippen sollte:



die Kontonummer und Bankleitzahl
die dreistellige Nummer Ihrer Bank
Ihr Online-Kennwort
und eine TAN



Normalerweise, darf es niemanden geben, der das tut, aber es muss wohl trotzdem etliche Male funktioniert haben. Das Vertrauen mancher weniger Internetsurfer scheint grenzenlos zu sein. Sekunden nach der Eingabe und deren Bestätigung landen diese Angaben auf einem Rechner irgendwo auf der weiten Welt und im nächsten Moment bekommt Ihre Bank scheinbar von Ihnen einen Abbuchungsauftrag zugunsten des Kontos des Verbrechers. Die täglich vereinbarte Höchstsumme natürlich, das versteht sich, denn der Raubzug soll sich ja lohnen
. Zu 99 Prozent ist dieses Geld weg! Ehe die Ermittlungen überhaupt richtig anlaufen, hat der Gauner das Empfängerkonto schon wieder gekündigt und bereitet den gleichen Coup unter anderer Identität wieder neu vor.

Die Gauner scheinen auch in der Wahl der Banken nicht wählerisch zu sein. Nach dem Prinzip der Gießkanne werden die Mails ausgesandt. Das läßt erstmal vermuten, dass sie nicht wissen, bei welcher Bank Sie sind. Die Täter hoffen darauf, dass zwei Dinge eintreten - zum ersten, dass sie nach dem Zufallsprinzip einen passenden Bankkunden finden und zum zweiten muss der Betreffende dann aber obendrein noch so leichtsinnig sein und das Formular ausfüllen und absenden. Auch bei diesem neuesten Versuch, diesmal ist es die City-Bank, bestätigt sich das vordem Genannte wie bei der Postbank. Schauen Sie sich auch hier genau den Link auf diesem Screenshot an! Der Link im Formular täuscht einen gesicherten Server vor, was man mit der Buchstabenfolge hpps in der Link-Adresse versucht. Wenn Sie gleichzeitig in die Fußleiste des Browsers schauen, ersehen sie aber leicht, dass das nicht so ist. Dort steht dann etwas ganz anderes...

Ein anderer gefährlicher Verdacht tut sich neuerdings bei diesen Pishing-Mals auf.Während es sonst bis zur Öffnung des Eingabeformulars relativ gefahrlos blieb, wenn man dort nichts eingab, scheinen diese Links jetzt obendrein mit Trojanern und Scripts verknüpft zu sein, die den Computer nach Passwort-Dateien absuchen. So war es noch vor wochen möglich diese gefälschten Formulare zu öffnen, um zu ersehen, was für Daten die Absender sich erschleichen wollten. Inzwischen gibt es immer mehr solcher Mails, bei denen sich scheinbar eine Seite öffnet, die aber dann nicht erscheint, andersherum aber ein umfangreicher Traffic veranstaltet wird. Hier liegt der Verdacht nahe, dass bereits der Datenklau mit dem Anklicken des Formulars beginnt. Wer z.B. Homebanking mit dem Browser auf direkten Bankseiten macht, sollte schon nach dem ersten Aufruf seiner Bankseite und dem erfolgreichen Einloggen nachschauen, ob der Browser nicht doch irgendwo sein Passwort gespeichert hat. Un das obwohl man (und davon gehe ich hier grundsätzlich aus!) die Option Passwort nicht speichern, oder besser noch niemals auf dieser Seite benutzt hat. In früheren Versionen des Mozilla habe ich einige Male ziemlich geschockt festgestellt, dass Zugangs-Passwörter und ganze Kennungen vom Browser trotz ausdrücklichen Verbotes gespeichert wurden. Ich empfehle dringlichst in dem unsichtbaren Ordner ./mozilla unter default die Dateien  cookies.txt und pref.js genauestens abzuprüfen!
Ich will Sie hier nicht verängstigen, aber auch gleichzeitig auffordern, selbst wachsam zu bleiben. Am günstigsten ist es wohl, bei solchen Mails überhaupt nichts anzuklicken und zu probieren, sondern sie gleich zu löschen und zwar auch im Papierkorb.
Besonders gefährdet sind natürlich Windows-Benutzer, weil hier die Trojaner ausgesprochen gut funktionieren. Es ist aber meiner Befürchtung nach nur eine Frage der Zeit, wann mit wachsender Beliebtheit für das Betriebsystem Linux auch hier sogenannte Root-Kits kriminellen Inhalt in Umlauf gebracht werden. Da Mozilla, Firefox und Co auch im Linux ihre Konfigurationsdateien inclusive Passwortdateien im /home/username-Verzeichnis ablegen, rettet hier auch die Tatsache, dass man nicht als Root im Netz ist, nicht mehr viel. Die Root-Kits könnten diese Dateien auslesen und an die Computer der Diebe senden. Verlassen Sie sich auch nicht auf die trügerische Hoffnung, der Angreifer könne ja ihr Dateiformat ext, ext3, reiserfs oder was auch immer sowieso nicht lesen, weil der Trojaner ein Windows-Trojaner wäre. Es gibt inzwischen etliche Programme, die auch vom Windows aus Unix-Formate auslesen können und wer sagt Ihnen überhaupt, dass der Angreifer unbedingt mit Windows arbeiten muß?



Etwa nach dem gleichen Muster verläuft das mit den Pishing-Mails, mit denen die Gauner Ihre Ebay-Daten ergaunern wollen und dann auf Ihre Kosten fleißig bei Ebay einkaufen. Diese  Mails, wie nebenstehend (118,1 KB), welche scheinbar von Ebay kommen, sind auch recht professionell aufgemacht. Auch hier müsste jedem klar sein - Ebay fragt niemals in Mails nach der Zugangskennung und dem Passwort! Doch auch hier ist es mit der Wachsamkeit der Betreffenden nicht so weit her, denn immer wieder hört man, dass der eine oder andere plötzlich Besitzer einer Yacht geworden ist, die er nie gekauft hat und die er in Bayern fünf Meter unterhalb der Zugspitze in seinem Pool auch nicht schwimmen lassen könnte. Der Ärger und der ganze Trouble sind dann riesengroß, denn der Käufer ist bei Ebay zur Abnahme der Ware und zur Bezahlung verpflichtet, wenn er diese gekauft hat. Und wenn jemand in den Besitz Ihrer Zugangsdaten kommt, dann kauft er mit Ihrer Identität ein. Liegt das Kind dann erstmal  im Brunnen und eine ganze Reihe von Verkäufern von Ihnen Geld einfordert, dann beweisen Sie erstmal, dass Sie es wirklich nicht waren. Die Betrüger sind allgemein nicht dumm, sondern hochgradig intelligent, was diese Leute insumme mit der ihnen innewohnenden kriminellen Energie sehr gefährlich macht.  Solche Leute verstehen es, im Web ihre Spuren zu verwischen und es ist eine traurige Tatsache, dass solche Verbrecher den Ermittlungsbehörden fast immer um mehrere Nasenlängen voraus sind. Kaum 10 Prozent solcher Betrügereien werden aufgeklärt. Wie soll das auch aufgeklärt werden, wenn sich die Spuren dann in den unkontrollierbaren Weiten der ehemaligen osteuropäischen Blockstaaten verlieren oder irgendwo auf Thailand oder auf chinesischen Servern und die dortigen Behörden kaum Interesse und vor allem keine technische und geistige Substanz dafür haben, solchen Leuten das Handwerk zu legen.
Auch hier ist wieder typisch, wenn man über den Link, der zur Eingabemaske führt mit dem Mauszeiger streicht, ersieht man in der Fußzeile keinen Pfad, sondern wieder nur eine http-Zahlenfolge. Bereits hier an dieser Stelle müssen bei Ihnen alle Alarmglocken schrillen. Getarnt wird das Ganze dergestalt, dass man vorgibt, Ihr Account würde kurz vor der Löschung stehen, wenn Sie nicht Ihre Daten von Zeit zu Zeit bestätigen würde und mit diesem Mail werden Sie dann aufgefordert, Ihre Daten zur Bestätigung einzugeben und zu senden. Das ist aber verbrecherischer Betrug, denn die Ebay-Accounts müssen nicht in periodischen Zeitabständen bestätigt werden. Wenn Sie das aber doch wider allen Anratens glauben, Ihre Daten eingeben und die dann absenden, dann kann Ihnen kaum noch jemand helfen.  Danach ist alles passiert und Sie könnten sich nur noch retten, wenn Sie sofort Ihr Passwort bei Ebay verändern.  Zuvor aber, ehe es zu dieser Erkenntnis kommt, ist meist der Schaden schon entstanden!

Ein wichtiges Kennzeichen sollten Sie grundsätzlich immer beachten !! 

Egal, ob Sie von einer solchen Betrügermail oder von wem auch immer, zur Eingabe irgendwelcher persönlichen Daten aufgefordert werden, sehen Sie ihren Browser in der rechten unteren Ecke genau an, er will Ihnen etwas sagen!
Ich beziehe mich natürlich hier nur auf den Mozilla oder Firefox als Standartbrowser unter Linux  und allen anderen vernünftigen unixoiden Betriebssystemen. Aber prinzipiell muss jeder Browser irgendwo eine gleich oder ähnliche Anzeige haben, die Ihnen sagt, dass Sie sich auf einer geschützten Seite befinden. Auf dieses geschlossene Schloßsymbol auf gelbem Grund, wie in der linken Grafik zu sehen, sollten Sie grundsätzlich achten. Wenn Sie in die Eingabemasken von Pishing-Mails gehen, ist zumindest bis jetzt noch, ein solches geschlossenes Symbol nicht zu finden. Entweder ist das Schloss geöffnet, wie auf der rechten Grafik, oder es ist überhaupt kein Schloß zu finden. Bis jetzt noch, heißt aber auch, dass bei dem derzeitigen Wissenstand dieser Leute, die ja allesamt keine Dummen sind, es nicht auszuschließen ist, das doch mal einer die Sache so programmiert, dass ein solches Symbol vortäuscht werden könnte. Wenn Sie irgendwo im Netz dazu aufgefordert werden, irgend etwas von sich preiszugeben, was auch immer und sie gleichzeitig das aktivierte Sicherheitssymbol nicht vorfinden, sollten Sie auf jede weitere Eingabe verzichten und die Verbindung beenden.

Achtung, inzwischen verdichten sich aber mehr und mehr die Mitteilungen, dass die Betrüger neuerdings auch sogenannte gesicherte Seiten vortäuschen können. Das veranlasst den Browser zu einem geschlossenen Schloßsymbol, obgleich sich im Hintergrund gar keine gesicherte Seite einer echten Bank befindet. So jedenfalls am 01.09.2005 abends in einer Sendung der hessischen Polizei im Hessen-Fernsehen. Den Aussagen in dieser Sendung zufolge kommt der größte Teil der Betrügermails aus der Türkei und aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion.  Damit ist das "Vorhängeschloß" nun wahrscheinlich auch nicht mehr so verläßlich, wie es einstens war.
Unbegreiflich, dass in dieser Sendung auch gesagt wurde, dass noch immer täglich etliche auf solche Mails hereinfallen und brav alle gewünschten Daten abliefern, um Sekunden später bis an den Dispokredit abkassiert zu werden. Das Ganze verstärkt sich noch durch offensichtliche Nachlässigkeiten bei der Prüfung solcher Bankaufträge. Aus diesem Grunde sollten Sie immer davon ausgehen:

Eine Bank fordert per EMail niemals von einem Kunden sicherheits-relevante Daten ab. Gehen Sie immer davon aus, dass an einem solchen Mail, egal wie perfekt es gemacht ist, immer etwas faul ist! Auch im direkten Gespräch fragt Sie ein Bankmitarbeiter niemals nach Ihren persönlichen Zugangsdaten, weil er das schlichtweg einfach nicht darf.

Löschen Sie solche Mails sofort, nachdem Sie sie erhalten haben, schon das Anklicken des Hyperlinks aus Neugier, kann Ihnen einen Trojaner auf Ihrem System bescheren, der Passwörter aus dem Cache ausliest, und dann ebenso dorthin sendet, wo Kriminelle nur darauf warten.