Schon ist zwar von
"gescannten"
Fingerabdrücken und "Gesichtskontrolle via WebCam" die Rede,
aber
die einfachste und am weitesten verbreitete Methode, Computern
zu
schützen, sind nach wie vor noch die Passwörter.
Es ist mitunter erschreckend, was manchereiner da als sicher ansieht.
Da werden einfach Namen von Frau, Tochter oder Freundin genommen, oder
ein Geburtsdatum und man glaubt, etwas so Tolles gefunden zu haben,
dass kein Hacker es erraten könne. Wie auch, der Hacker kennt
ja
die Freundin nicht. (normalerweise ;-) )

Hacker
sind im Englischen Programmierer - nichts anderes. Und die hacken auch
nicht, die schreiben Programme.
Nicht alle sind bösartig - aber alle sind hochintelligent -
auch
die Bösartigen. Wenn das nicht so wäre,
wären sie ja
nicht gefährlich.
Passwörter sollten immer aus Zahlen und Buchstaben gebildet
werden, man kann hier auch noch mit Groß- und Kleinschreibung
variiieren, zumindest im Unix und Linux macht das Sinn - Windows kann
bis jetzt zwischen Groß- und Kleinbuchstaben nicht
unterscheiden.
Bedenken Sie auch,
dass professionelle
Datenräuber und Knacker beim Erraten Ihres
Passwortes keine Kreuzworträtsel machen und wochenlang bei
Kerzenschein knobeln, die haben
Passwort-Generatoren.
Schon allein deshalb sollte man ein und das gleiche Passwort nicht
länger als einen Monat verwenden. Es ist aber
vernünftig auch
die weiteren Passwörter für sich selbt immer aus dem
gleichen
geistigen Bezugs-Pool zu wählen, weil man sonst
früher oder
später sich aus dem System mal selbst ausssperrt.
Folgende Möglichkeiten ergeben sich aus dem Umfang der Zeichensätze:
26 Zeichen - nur Klein- oder nur Grossbuchstaben
36 Zeichen - nur Klein- oder nur Grossbuchstaben und die Ziffern 1 - 0
52 Zeichen - Gross- und Kleinbuchstaben
62 Zeichen - Gross- und Kleinbuchstaben und Ziffern
96 Zeichen - wie vor plus alle druckbaren Zeichen
Paßwortknacker bedienen sich zumeist des direkten Angriffes (Brute-Force, zu deutsch Brutale Kraft)
Nimmt man z.B. ein vierstelliges Passwort, nur aus Kleinbuchstaben
bestehend, dann fragt so ein Programm das alles nach einem Algorithmus
dieses ab - fängt mit "a" ab, weiter mit "ab" bis hin zu "zzzz".
Nüchtern betrachtet heißt das nun, das 26 Kleinbuchstaben in
vier Stellen, also 26 x 26 x 26 x 26 = 456976 Möglichkeiten.
Eigentlich hört sich das ja beruhigend an, sind ja soviele
Möglichkeiten, dann könnte man sich ja beruhigt zurück
lehnen ? Weit gefehlt! Die professionellen Knacker brauche mit ihren
Programmen zum Knacken eines solchen Passwortes mit den heutigen
Rechnern weniger als eine Minute!!
Die maximale Anzahl der Möglichkeiten errechnet sich aus dem Zeichensatz hoch der Stellenanzahl des Passwortes.
Damit würde ein vierstelliges Passwort aus dem vollen Zeichensatz (96)
84.934.656 Möglichkeiten ergeben (96 hoch 4). Ok - dafür braucht man
ca. 20 Minuten.
Jede zusätzliche Stelle des Passwortes erhöht den
Faktor um die Grösse des gewählten Zeichensatzes. Ein fünfstelliges Passwort aus dem vollen Zeichensatz - 96 hoch 5 ergibt 8.153.726.976 Möglichkeiten).
Das Berechnen dürfte jetzt etwa im Zeitraum um die 24 Stunden liegen.
Ein achtstelliges Kennwort aus dem vollen
Zeichensatz (96 hoch 8) ergibt 7.213.895.789.838.336 Varianten. Dies
müsste so im “Jahr-Tausend-Bereich” liegen. Das geht faktisch nicht mehr zu knacken.
Das Gleiche, d.h. ein achtstelliges Kennwort mit dem
kleinen Zeichensatz (26) nimmt sich eher bescheiden aus: 26 hoch 8
erzeugt 208.827.064.576 Möglichkeiten, etliche Trilliarden weniger und
ist binnen Monatsfrist zu schaffen.
Ich habe das übrigens nicht selbst ausgerechnet, wer das alles nochmal detailliert nachlesen will, der findet es hier in dieser Quelle
Der Autor geht dort noch auf den Faktor Zufall ein und
verweist darauf, dass die meisten Programme zum Passwortknacken in
englischer Sprache verfasst sind und Probleme mit deutschen Umlauten
(Ä,Ü,Ö) haben. sofern das eigene System oder der
benutzte Provider solche Umlaute zulassen, ergibt sich hier eine
weitete Möglichkeit, die eigene Passwortsicherheit deutlich zu
erhöhen.
Das
achtstellige Passwort aus dem grossen Zeichensatz sollte jedoch auch
für den privaten Gebrauch als dringend notwendiger
Sicherheits-Standard angesehen werden.
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Natürlich müssen Sie das Passwort so bilden, dass Sie
einen
geistigen Bezug dazu haben und es für sich wieder
reproduzieren
können, wenn es wirklich mal in Vergessenheit geraten
würde. Die Methoden sind dazu
vielfältig, aber einfach nur den Namen des Lieblingskaters
Fridolin als
Passwort zu wählen ist leichtfertig und gefährlich.
So etwas knackt der Hacker in Sekunden.
Fridolin der Kater, hat aber zumeist nicht nur einen Namen, sondern ein
Geburtsdatum und eine Herkunft.
Name:
Fridolin
Geburtsdatum: 10.08.2003 oder das Datum, als Sie ihn aus
dem Tierheim holten
Herkunft:
irgendein Züchter von und zum geadelten Katzennamen in z.B. 79455 Ortsname oder die Postleitzahl
der Adresse des Tierheims
So und daraus kann man jetzt was machen:
Fri10do08lin2003,
fri10do08LIN03, 10Fri08Do2003liN, 20Fri10do08lin03, 10Fri08Do20liN03
Ihrem
persönlichen Erfindergeist sind da keine Grenzen gesetzt, Sie
können jetzt die Postleitzahl des Züchters oder des
Tierheims
auch noch einbauen oder was auch immer mit Fridolin in Zusammenhang zu
bringen ist, und was Sie selbst sich mühelos merken
können.
79Fri45510do08lin2003, 79455fri10do08LIN03, 7910Fri08Do2003liN455, 7920Fri10do08lin03455, 10Fri08Do20liN0379455
Sollte
Fridolin vielleicht noch eine besondere Liebe für den
nahegelegenen PLUS-Markt besitzen, weil da hinten an der Rampe mal ab
und an etwas Fressbares findet, dann fügen Sie vielleicht noch ein
oder zwei Sonderzeichen, hier ein "+" mit ein:
79Fri455+10do08lin+2003
So damit haben Sie den großen
Zeichensatz, alle 96 Zeichen in 23 Stellen einbezogen und das
müsste dann erstmal einer knacken!
Ich
will damit jedoch nur das System verdeutlichen, denn 8 - 10 Stellen
reichen mitnichten schon aus. 23 Stellen sind natürlich
zugegebenermaßen etwas übertrieben. Aber nur so
nebenbei, Sie müssen
das System dann aber auch beibehalten, weil man sich so etwas nicht
merken kann, sondern in der Lage sein muss, es herzuleiten. Nach ein paar Tagen geht das übrigens problemlos. Viel Erfolg dabei.
Kurze Passwörte von vier Zeichen - unglaublich aber wahr, manche
benutzen ihre Kreditkarten-PIN als gleichzeiges Passwort für
Alles!! - solche kurzen Passwörter sind fix zu
knacken, siehe oben. Außerdem, jeder
halberwege intelligente Datenräuber tippt bei einem
vierstelligen
Passwort sofort darauf, dass er hier gleich noch eine PIN für
Kreditkarte oder Online-Banking mitgeliefert bekommen hat. Das
Gefährlichste an dem Katz-und-Maus-Spiel ist der Fakt, wenn
man den anderen auf der Gegenseite dümmer einstuft, als sich
selbst. Das geht in den meisten Fällen immer schief!!
Es
gibt wahrhaftig außergewöhnliche Experten, die haben ihre ureigensten Methoden täglich ein
neues Passwort zu benutzen. Einer, den ich
kannte, schoß da bis
dato den absoluten Vogel ab! Da stand ein riesiger dicker
Wälzer
mit tausenden Seiten in seinem Bücherschrank und an jedem Tag des
Monats wurde von einer Seite, deren Seitenzahl nur er sich aus einer speziellen Formel mit dem Datum
ausrechnen konnte, das soundsovielte Wort der soundsovielten Zeile,
die
wiederum irgerndwie aus der Summe des Kehrwerts vom Datum errechnet wurde, gezählt von links im ersten halben Jahr und gezählt von rechts im nächsten halben Jahr ausgewählt
- auch wieder alles kunstvoll mit einer selbst gebildeten Formel
errechnet - und anschließend zum Passwort des Tages gekürt.Das
übrigens auch, wenn es nur vier Buchstaben hatte. Das ganze Spiel
war ein Rechenalgorithmus von einer kompletten DIN-A4-Seite.
Was am Ende trotz des ganzen Zaubers rauskam, war aber immer nur ein
Wort, auch wenn die Geschichte so nach und nach den schizophrenen
Schuss eines Hollwood-Agentenfilmes bekam. Das Ritual der Feststellung
des "Passwortes des Tages" war wahrscheinlich wesentlich aufwendiger,
als der Aufwand, der zum Knacken des Passwortes gegebenfalls
erforderlich gewesen wäre. Was einfache Worte letztendlich aber
wirklich wert sind, haben Sie ja oben schon gelesen. Wenn es dann noch
bekannt würde, welches Buch in Benutzung ist, dann hat der Hacker
übrigens noch eine andere Möglichkeit, das Wort zu knacken:
Das Programm Dictionary (zu
deutsch Wörterbuch) testet alle Wörter in einem zuvor
bestimmten, beliebigen Wörterbuch innerhalb der definierten
Wortlänge und kriegt es ebenso schnell heraus, wie die eingangs
beschriebene Methode, d.h. auch solche Passworte sind unsicher und
sich die Passwörter aus Wörterbüchern zu holen, ist
somit auch keine besonders gute Idee!