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                                                        letzte Änderung am 15.11.2005

Die Installation des beschleunigten 3D-Treibers für NVIDIA-Grafikkarten in Debian-Linux 3.1 r0a

Es ist ein gewisser Mangel, dass die originalen Treiber für NVIDIA-Grafikkarten im Linux nicht bereit gestellt werden können oder genauer gesagt nicht dürfen. Die Ursache ist hierfür aber darin zu suchen, dass NVIDIA als Hersteller die Treiber nicht im Quellcode freigibt. Trotzdem kann man auf der  Nvidia-Treiber-Seite  den jeweilig passenden Treiber zu seinem Linux/Unix-System downloaden. In meinem Falle für eine NVIDIA-GForce-Karte in einem Pentium-4-Rechner ist dieser Treiber in einem Script namens NVIDIA-Linux-x86-1.0-7676-pkg1.run zu finden.

Schauen Sie bitte beim Download etwas genauer hin, denn unter Umständen bietet NVidia Treiber für verschiedene Distributionen an. Zumindest war das in der Vergangenheit so, dass für RedHat und SuSE mehrmals extra Treiber angeboten wurden, auch unterscheiden sich die Treiber unter Umständen für die verschiedenen Prozessoren und Rechnerplattformen.

Zugegeben, das ist alles etwas umständlich und zumindest bis jetzt noch nicht das Optimale. Es beißt die Maus aber keinen Faden ab, anders kriegen Sie die Grafikkarte aus lizenzrechtlichen Gründen nicht installiert. Downloaden Sie also diesen Treiber in Ihr Home-Verzeichniss.

Als zweites müssen Sie das System mit dem entsprechenden Handwerkszeug ausrüsten, denn schließlich muss Linux Ihnen einen neuen Kernel basteln, einer in dem der Treiber für die 3D-Beschleunigung der NVIDIA-Karte vorhanden sein soll.

In den ersten drei Tagen gab es leider vermehrt Hinweise, dass die ursprünglich empfohlene Methode mit der Eingabe eines apt-get-Befehls und den gewünschten Paketen Fehlermeldungen produziert, insbesondere solche, dass Pakete nicht vorhanden wären. Debian kann nur installieren, was es vorher aus eingebundenen Quellen ausgelesen hat. Das heißt, dass Ihnen u.U. Programm-Quellen fehlen und Sie Ihre Sourcenliste ergänzen müssten. Ich zeige Ihnen deshalb hier noch einmal meine aktuelle Sourcenliste (Stand 15.11.2005). Aktualisieren Sie bitte Ihre Sourcenliste, machen Sie danach als root ein apt-get update, um die Paketlisten zu aktualisieren und benutzen Sie der einfachheit halber dann Synaptic.


Suchen Sie in Synaptic folgende Pakete aus und markieren diese zur Installation, wenn es nicht schon erfolgt ist

make
gcc
kernel-headers-2.6-686
kernel-headers-2.6.8.-2
kernel-headers-2.6.8.-2-686
kernel-kbuild-2.6.-3
kernel-source-2.6.8
linux-kernel-headers

Und lösen Sie mir <STRG>+<P> und nachfolgender Bestätigung den Vorgang aus.


Nun installiert er alles, was gebraucht wird.  Das oben angegebene trifft aber nur zu für Pentium-Prozessoren oder Celeron und wenn Sie den Kernel 2.6.8.-2-686 verwenden. Benutzen Sie andere Kernelversionen, oder haben einen anderen Prozessor, dann müssen Sie sich in Synaptic die entsprechenden Pakete, passend zu Ihrem installiertem Kernel heraussuchen. Diese anderen Pakete in Synaptic sind aber zweifelsfrei an ihren Endungen zu erkennen. Keine Sorge, das ist überhaupt nicht schwer.

Nun beenden Sie die laufende Sitzung und gehen zurück in den Anmeldemanager kdm

Dort sehen Sie unten rechts den Button Menu,
diesen klappen Sie auf und finden u.a.  Console-Login ALT+N , diesen betätigen Sie.
Nun wird es auf einmal dunkel auf dem Bildschirm! Sie befinden sich jetzt in einem schwarzen Bildschirm, denn der X-Server ist gleichzeitig heruntergefahren worden (das ist sehr wichtig, denn mit noch laufendem X-Server funktioniert das NVIDIA-Script nicht) und Sie stehen in der Eingabeaufforderung, genauer im Einwahl-Login, den Sie bei der Installation des Systems ja schon zur Genüge kennengelernt haben.

Loggen Sie sich als root ein, d.h. ihre erste Eingabe auf den blinkenden Cursor ist  root
danach geben Sie das Administratorpasswort ein.

Ihre Eingabeaufforderung sieht nun so aus:    rechnername:~#

Das Installationsscript hatten wir vorher in Ihrer Home abgelegt. Sie müssen als erst in diese gehen und dann das Script aufrufen. Das sieht dann wie folgt aus:

rechnername:~# cd /home/meinname/
danach steht das System mit Administratorrechten in Ihrem Home-Verzeichnis
rechnername:/home/meinname#

Hier nun geben Sie ein:
sh
NVIDIA-Linux-x86-1.0-7676-pkg1.run

und das System tut den Rest. Wenn die (englische) Meldung kommt, dass der Treiber erfolgreich installiert wurde, starten Sie das System erstmal neu. Zwischendurch werden Sie abgefragt, ob Sie die Lizenzbestimmungen akzeptieren und ob Ihnen das System einen neuen Kernel backen soll etc. Nur wenn Sie zu allem JA sagen, wird die Installation ordnungsgemäß zum Abschluss gebracht. Zwischendurch sehen Sie einen Fortschrittsbalken und die Meldung, dass
kernel-kbuild seine Arbeit aufgenommen hat.

Enttäuschenderweise tut sich aber beim Neustart erstmal gar nichts. Von dem erhofften NVIDIA-Symbol beim Start ist nichts zu sehen. Es ist jetzt noch erforderlich die Datei  XF86Config-4 gering zu modifizieren. Dazu starten Sie im KDE-Menue unter /System/Root-Terminal die Shell mit allen Administratorrechten (dazu brauchen Sie natürlich das Admin-Passwort) und geben dann in diese gestartete Root-Shell ein:
kedit /etc/X11/XF86Config-4

es öffnet sich der Texteditor kedit, ähnlich dem Notepad, dass Sie im Windows schon kennen gelernt hatten.  Bearbeiten Sie diese Datei nun wie folgt:

in der Section "Module" löschen Sie die erste Zeile      Load    "GLcore" ersatzlos.
in der Section "Device" ändern in der zweiten Zeile den Eintrag "nv" um in "nvidia"

Achten Sie aber darauf, dass Sie die Zeilen nicht verschieben, insbesondere die Löschung der ersten Zeile in der Section "Module" darf nicht zur Folge haben, dass die anderen Zeilen nicht mehr übereinander stehen, sie dürfen lediglich exakt nur eine Zeile nach oben rutschen.

Danach speichern Sie die Datei wieder exakt dort ab, wo Sie sie aufgerufen haben.
In der Regel heißt das, dass es genügt, einfach nur auf Speichern zu klicken. Wenn Sie jetzt den Rechner neu starten, wird Ihnen beim nächsten Mal beim Start des X-Servers das monitorgrosse NVIDIA-Symbol entgegen leuchten. Damit ist Ihre Karte nun auch entsprechend beschleunigt, so dass verschiedene Spiele wie TuxRacer oder Flightgear oder astronomische Programme wie stellarium mit vollem Genuss benutzt werden können.


Ich wünsche Ihnen viel Spaß mit Ihrer beschleunigten Grafikkarte
und Ihrem installiertem System.
Sie werden sehr rasch selbst für sich erkennen, dass derartige Installationen sofort ihren Schrecken verlieren, wenn man sie ein- oder zweimal erfolgreich vollzogen hat.