Impressum
d.Verfassers
zurück
zur Hauptseite
Die Drucker-Installation mit CUPS im Linux-Netzwerk (letzte
Änderung am 15.11.2005)
Diese Seite ist in Ergänzung zur
ersten Seite zu
sehen, die die Installation und Einrichtung von CUPS-Druckern an einer
einzelnen Workstation beschreibt.
Auch hier gilt wieder, dass
diese Erläuterung nur für KDE zutrifft. Ich gehe
wieder nur von dem aus, wie es bei mir selbst vorhanden ist und
funktioniert.
Mein Netzwerk ist ein reines
Linux-Netzwerk, basierend auf ssh und stellt sich bildlich dargestellt
so dar, wie auf der nebenstehenden Grafik zu sehen. Der
Netgear-DSL-Router hängt direkt am DSL-Modem. Der DSL-Router
ist gleichzeitig ein

Netzwerk-Hub, an
den vier Computer direkt angesteckt werden können,
über zusätzliche externe Ethernet-Hubs
natürlich wesentlich mehr. An meinem DSL-Router stecken
dauerhaft zwei Desktop-Computer von denen einer direkt einem Monitor,
eine Tastatur und eine Maus hat. An diesen - hier als Workstation -
sind ebenfalls direkt über USB (bidirectional) die beiden
Drucker angeschlossen. Das linke Gerät, mit der IP-Nr.
192.168.0.3, ist nur zeitweise in Betrieb, dient der Archivierung
grosser Datenmengen und ist u.a. mein persönlicher
Debian-Mirror. Vom Prinzip her ist es randvoll mit Festplatten zugebaut
und besitzt keine anderen Laufwerke. Dieser Computer ist aber ebenso
vollauf ausgerüstet, wie die Workstation, um gegebenen falls
daran genauso arbeiten zu können, wenn z.B. auf der
Workstation (IP-Nr. 192.168.0.2) grössere, ressourcenintensive
Prozesse laufen würden. Dazu war es notwendig, dass der

Datei-Server
ebenso über eine Tastatur, Maus und einen Anschluss zum
Monitor musste. Ich bediente mich damals vor einigen Jahren eines sehr
robusten, aber recht kleinen (nur für zwei Geräte)
KVM-Switches, den man bei laufenden Geräten einfach durch
Tastatureingaben umschalten konnte, ohne dass irgendwelche
Leitungsverluste auftraten. Inzwischen ist dieses simultane Arbeiten
auf zwei Geräten für mich derart wichtig und
produktiv geworden, dass ich es mir nicht mehr vorstellen kann, nur mit
einem Gerät gleichermaßen effektiv sein zu
können. Das Gerät ist mitnichten schon ca. 5 Jahre in
Betrieb, ein Reservegerät, welches ich mir gleichzeitig
anschaffte, wurde bis dato noch nicht benötigt. Das
Gehäuse ist massiv aus Metall, robust und
unverhältnissmäßig schwer. Trotzdem,
Bekannte und Freunde, die sich Jahre später ebenfalls
ähnliche modernere Geräte, z.T für mehr als
zwei Computer und von eleganterem Äußeren aus
farbiger und auffallend schöner Plastik anschafften, arbeiten
fast alle schon mit dem zweiten, wenn nicht gar schon dritten
Gerät. Als ich vor ein paar Tagen genau dieses von mir
benutzte Gerät nochmals in einem Shop aufspüren
wollte um noch eines zu erwerben, waren es nur russische und
bulgarische Händler, die dieses bombensichere Teil noch im
Angebot hatten. Der einzige Mangel, den dieses Gerät aufwies,
war der, dass in FreeBSD nicht funktionierte.
| Ein
Tipp am Rande: Sie
müssen den
DSL-Router ja sowieso einrichten und rufen dessen Menue mit
http://192.168.0.1 auf. Dabei ist es noch immer die eleganteste
Methode, den Router mittels DHCP einzurichten, ihn quasi den
DHCP-Server spielen zu lassen. Er ordnet den Rechnern damit automatisch
die IP-Adressen zu. Das ist bequem, hat aber auch den Nachteil, dass
bei verschiedenen Konstellationen insbesondere mit Mobilgeräten,
die Rechner im lokalen Netz plötzlich verschiedene IP-Adressen
haben können, was besonders bei fest angelegten Desktop-Links zum
Aufrufen bestimmter Rechner immer etwas Durcheinander möglich
macht. Innerhalb des gut strukturierten
Einrichtungs-Menues des Routers ist es deshalb auch möglich, die
IP-Adressen den
entsprechenden Rechnernnamen und einer zu bildenden MAC-Adresse fest
zuzuordnen. Tun Sie das, denn anderenfalls haben Sie jedesmal das
Problem, der der erstgestartete Rechner sich die 192.168.0.2 nimmt, der
nächste die ~.3 und so weiter. Wenn Sie an dem Router dann
vielleicht
noch mit mehreren Notebooks arbeiten, kann das manchmal ganz schön
irritierend werden. Mit einer festen Zuordnung der IP zu den jeweiligen
Rechner im Router gehen Sie dem aus dem Wege und selbst dann, wenn z.B.
der vierte oder fünfte Rechner in der Hierarchie allein dran
angeschaltet wäre, dann käme er immer nur mit der im
zugeordneten IP-Adresse ~.4 oder ~.5. |
Nun ist es selbstverständlich, dass ich vom Gerät
192.168.0.3 aus auch drucken wollte. Dazu war es erforderlich auf dem
Datei-Server eine Installation dieser Geräte als
Netzwerkdrucker vorzunehmen. Wenngleich das Gerät 192.168.0.3
beim Datentransport mittels ssh der Server ist und die Workstation der
Client, so ist das beim Drucken genau umgedreht. Die Workstation, an
der die Drucker direkt hängen ist hier der Druck-Server und
diesem muss man vorher sagen, dass ein oder alle Clienten im Netzwerk
auf "seine" Drucker ebenso zugreifen dürfen -
sonst geht nichts.
Um den Druckserver 192.168.0.2 so zu konfigurieren, dass auch andere
Rechner aus dem Netzwerk heraus drucken können, muss eine
Datei namens
cupsd.conf
verändert werden. Diese Datei befindet sich im Pfad /etc/cups/~
und kann begreiflicherweise nur mit Root-Rechten editiert werden.

Gehen also im KDE-Menue in /System/Root-Terminal und starten Sie
diesen. Das System fordert Sie wieder auf das Root-Passwort einzugeben
und danach befinden Sie sich als Root in einer Shell.
Geben Sie hier jetzt ein: kedit /etc/cups/cupsd.conf
und bestätigen Sie mit
<Enter>
Was sich Ihnen dann eröffnet, ist der Inhalt der schon
bestehenden Datei cupsd.conf
. Sollte sich Ihnen ein leeres Dokument eröffnen,
dann Vorsicht! - dann haben Sie sich vertippt! Die Datei ist sehr
umfangreich und es steht eine Menge Zeug drin, was Otto
Normalverbraucher nicht interessieren dürfte.
Sie können in dieser Datei instellen, beispielsweise wieviele
Kopien ein Benutzer auf einmal drucken darf oder wie und wo alles
protokolliert wird. Oder eben auch - und das ist jetzt wichtig - welche
vernetzten Rechner der CUPS-Server überhaupt bedient. In der
Voreinstellung dürfen nämlich nur lokale Benutzer vom
Debian-PC aus, den oder die eingerichteten Drucker benutzen.
Relativ weit unten steht in der cupsd.conf
unter den "Security
Options" ein sogenannter "Locations-Eintrag". Zwischen
den entsprechenden Tags stehen die Regeln für den Zugriff,
wichtig sind für uns die Zeilen:
Deny From All
und Allow From 127.0.0.1
die den Zugriff zunächst überhaupt verbieten, dann
erst für den lokalen Rechner gestatten. 127.0.0.1 ist die
Loopback-Adresse, die jeden Rechner quasi mit sich selbst verbindet.
Diesen vorgenannten Eintrag ergänzen Sie jetzt um eine weitere
Zeile (blau), so dass er jetzt so aussieht:
Deny From All
und Allow From 127.0.0.1
Allow From 192.168.0.*
Dieser
Eintrag ermöglicht es jetzt allen Rechnern in Ihrem lokalem
Netz auf den CUPS-Server der Workstation zuzugreifen und damit dessen
Drucker zu benutzen. Eigentlich reicht das schon aus, trotzdem aber
noch eine kleine Ergänzung, wenn Sie etwas sattelfester sind
und es sich bereits zutrauen:
Weiter unten, fast am Ende in der "Admin-Location"
finden Sie die gleichen Zeilen. Ergänzen Sie nun
auch hier die vorhandenen beiden Zeilen, um die bereits benannte dritte
Zeile, können Sie Ihren Druckserver auf der Workstation
192.168.0.2 auch von jedem x-beliebigen Rechner aus dem lokalem Netz
heraus administrieren. Wenn Sie selbst allein in dem lokalem Netz
arbeiten, oder nur Personen Ihres Vertrauens, dann ist das kein Problem
- es erleichtert Ihnen unter Umständen in mancher Situation
die Arbeit etwas. Arbeiten aber in dem besagten lokalen Netz mehrere
Personen - z.B. in einem kleinen Büro - und Sie haben da einen
Scherzkeks drunter, dessen Verständnis für
Spässe über das normale Maß hinaus geht,
denn kann der Ihnen schon einen Haufen Unordnung produzieren. Sie
müssen deshalb selbst entscheiden, ob Sie die "Admin-Location" ebenfalls
verändern oder nicht. Ich bin ganz allein auf meinen
Geräten, da war das kein Thema.
Auch hier gilt
wieder das, was auf der CUPS-Hauptseite gesagt wurde. Wichtig ist
vorab, dass Sie alle Programmpakete und
Treiber installiert haben, auf dem Clienten ebenso wie auf dem Server.
Der Client nutzt nicht die installierten Treiber auf dem Server,
sondern nur dessen Anschluss, was bedeutet, dass hier auf dem Clienten
auch alle Foomatic-Treiber und Programmpakete für CUPS
verfügbar sein müssen
Alle Pakete auf dem
Clienten sind
installiert ? Ok ! Dann machen wir uns ans Einrichten der
Netzwerkdrucker.
Wohlgemerkt, wir befinden uns jetzt nicht auf der Workstation, sondern
auf dem Clienten, d.h. dem Gerät 192.168.0.3 an dem die
Drucker nicht direkt angeschlossen sind.

Rufen Sie bitte das Kontrollzentrum auf
Angeschlossene Geräte / Drucker
unten links sehen Sie den Button "Systemverwaltungsmodus", den
betätigen Sie jetzt.
und verschaffen sich mittels Root-Passwort Admin-Rechte, denn ohne die
geht nichts und sind dann wieder im vorherigen Bild, diesmal aber eben
mit
Root-Rechten

oben ganz links Drucker hinzufügen
es öffnet sich der Drucker-Assistent, der Sie durch das
Einrichten Ihrer Drucker führen wird
diesmal heißt es
nicht
lokalen Drucker einrichten, sondern
Cups-Server auf Fremdrechner


den
Zugang belassen Sie besser anonym, anderenfalls müssen Sie
jedesmal mit Passwort drucken. Das kann lästig werden, sollte
aber dann doch zur Anwendung kommen, wenn Sie z.B. die
Patronen Ihres Druckers vor allzu freizügigem Gebrauch durch
Dritte schützen wollen. Im folgenden Aufruf
müssen Sie dem Computer sagen, wo er suchen soll und dass sind
in unserem Netzwerk die IP-Adresse 192.168.0.2 und dort der Port 631
für Cups. Und dann beginnt das System mit der Suche . . . .

der große Moment !!! Beide Drucker an dem anderen Computer
wurden erkannt und gefunden ! Im Prinzip haben Sie jetzt schon
gewonnen, alles was jetzt kommt, gleicht der vorherigen Einrichtung der
lokalen Drucker.
Wer jetzt hier
nichts sieht, hat was vergessen . . . Was ?? Sie haben die
cupsd.conf auf
dem Server nicht konfiguriert! Also kann der Client da rufen und
suchen, wie er will, der Server zeigt ihm den Daumen. Editieren Sie
gegebenfalls die
cupsd.conf auf dem Server und fangen Sie nochmal an. Leider.
Es gibt aber auch noch eine andere Möglichkeit, warum manche
nichts zu sehen bekommen und so witzig das klingt, es kommt erstaunlich
oft vor. Man muss den anderen Computer natürlich angeschalten und
hochgefahren haben und auch die Drucker sollten unter Strom stehen.
Lachen Sie jetzt nicht, ich habe Leute erlebt, die haben ihr komplettes
Netzwerk zerlegt und Debian paarmal neu installiert,
Computergehäuse aufgeschraubt, sind dann keuchend in den Laden
gehastet und haben eine neue Netzwerkkarte geholt, die vorhande als
defekt ausgetauscht und fast schon in den Müll geschmissen. Danach
ging immer noch nichts und die Ärmsten waren dem Herzinfarkt
schließlich näher als sich selbst - und was wars wirklich ?
Am Ende wars die externe Stromversorgung des DSL-Routers (7,5
Volt), die herausgerutscht war und friedlich in einem Berg anderer
Kabel hinter dem Schreibtisch lag.
Das aber nur nebenbei -
Sie hatten die cupsd.conf auf dem anderen Rechner, Ihrem zukünftigen CUPS-Server, natürlich bereits
editiert und Ihnen sind auch keine Kabel und Stromzuleitungen herausgerutscht, weil Sie keinen Kabelsalat unterm Schreibtisch haben -
deshalb hat Ihr Client-Rechner die beiden Drucker des CUPS-Servers auch zweifelsfrei erkannt.




Nun, wir wählen als erstes den Textdrucker aus und wieder wird, wie
schon vormals, die Treiberdatenbank gelesen und uns zur Auswahl
gestellt. Wieder wählen wir links den Hersteller und rechts
das Modell und bestätigen. Alles was dann kommt, ist
deckungsgleich mit der schon bekannten lokalen Druckereinrichtung,

Papierwerte,
Auflösung, wer darf drucken wer nicht.
Ja, selbst die Druckerbezeichnung braucht schließlich keine
andere für das gleiche Gerät zu sein als die, die es
schon auf dem Server als lokal installierter Drucker hatte. Als
Abschluß und sichtbares Erfolgserlebnis bestätigt
Ihnen dann das System die Installation des Druckers im Netzwerk, was in
der Sektion
Typ und
beim
Ausgabegerät
zu ersehen ist. Wie dieser Netzwerkpfad dann richtig heißt,
können Sie aus dem Kontrollzentrum in der unteren
Hälfte der Anzeige ersehen, die für den installierten
Drucker angezeigt wird.

um den zweiten Drucker, den Photodrucker ebenfalls
netzwerkfähig zu installieren, fangen Sie das Ganze noch
einmal von vorn an, wählen aber diesmal nicht den auf dem
Rechner 192.168.0.2 erkannten
textprinter,
sondern den
photoprinter
aus. Treiber und spezifische Einstellungen ebenfalls wie gehabt,
bezogen auf das Gerät HP Photosmart 130.
Ich
wünsche Ihnen viel Freude mit Ihrem Linuxsystem und bei der
Nutzung Ihrer Drucker im lokalem Netzwerk.
Manches auf dieser Seite war Ihnen unverständlich oder lückenhaft? Dann lesen Sie bitte auch die erste Seite zum Thema CUPS-Drucker, beide Seiten bauen aufeinander auf.